Quellen

Hier finden Sie eine Auswahl von Personen, die auf ganz verschiedene Weise zur Identität alt-katholischen Christseins beigetragen haben.

Ignaz von Döllinger
Theologieprofessor (1799-1890)

„Unsere studierende Jugend wird also künftig entweder die gestern erst gemachten Glaubensartikel* fallen lassen, in dem richtigen Gefühl, dass sie, wie sie dem Altertum fremd sind, so auch der Zukunft fremd bleiben müssen, und sich an die alte Lehre halten, - oder sie wird, und möge das nicht das häufigere sein, um der unannehmbaren Artikel willen das Ganze wegwerfen und so überhaupt religionslos werden.“

* - Gemeint sind die Lehren über die Lehrunfehlbarkeit sowie den Jurisdiktionsprimat des Papstes, die eine Bischofsversammlung 1870 in Rom (I. Vatikanum) aufgestellt hat.

Ignaz von Döllinger, Über die Wiedervereinigung der christlichen Kirchen. Sieben Vorträge gehalten zu München im Jahr 1872 von I. von Döllinger, Nördlingen 1888, 118.

Hippolyt von Rom
Bischof (+ um 236)

„Als Bischof soll eingesetzt werden, wer vom ganzen Volk gewählt** wurde und wer untadelig ist. Sobald er vorgeschlagen ist und alle zugestimmt haben, soll sich das Volk am Sonntag mit dem Presbyterium und den anwesenden Bischöfen versammeln. Unter Zustimmung aller sollen diese dem Kandidaten die Hände auflegen...“

** - Mit der Wahl von Joseph Hubert Reinkens zum Bischof 1873 kam dieses alte Recht des Gottesvolkes erstmals seit langer Zeit wieder zur Geltung.

Aus dem 2. Kapitel einer stadtrömischen Kirchenordnung (Apostolische Überlieferung), traditionell Hippolyt zugeschrieben.

Amalie von Lasaulx
Alt-Katholische Bekennerin (1815-1872)

„Da hat mir der liebe Gott wieder einmal die Freude geschenkt, bei einem armen leidenden die Nachtwache zu halten.

Könnte ich doch mit meiner Liebe die Schmerzen lindern und durch meine wachende Sorge erquickenden Schlummer seinen müden Augen schenken.

Wenn die stille Nacht ihren düsteren Mantel über das bunte Farbenspiel der sichtbaren Welt breitet und mit ihrem seltsamen Ernste all den unruhigen Herzen Schweigen gebietet, dann wird es ja immer bei der einsamen Wacht auch ruhig in meinem Inneren.

Versöhnend vermag ich alsdann den mannigfachen bitteren Kränkungen des Tages wieder die Hand zu reichen, in dieser inneren und äußeren Ruhe vermag ich dann wieder mein und anderer Herzen richtig zu verstehen.

Der herrliche Sternenhimmel mit seinen zahllosen lichten Augen blickt dann wohl ernst und mahnend, schweigend und selig, tief, tief in mein Herz, bis die wogenden stürmischen Gefühle desselben ruhig geworden und er endlich auf dem Spiegel meiner Seele klar und ungetrübt sein Bild darin findet.

In solchen Stunden kann ich dann wohl auf den Flügeln des Gebetes über die Höhen und Tiefen dieser armen, sichtbaren Welt hinwegeilen zu den Füßen desjenigen hin, dessen Herz noch keinen Augenblick lang theilnahmslos geschlagen.“

Aus ihrem Tagebuch zitiert in: Erinnerungen an Amalie von Lasaulx, Schwester Augustine, Oberin der Barmherzigen Schwestern im St. Johannishospital zu Bonn. Zweite Auflage 1878, S. 66.

Joseph Hubert Reinkens
Erster Bischof der deutschen Alt-Katholiken (1821-1896)

„Aber es gibt einen Irrthum, der schon mit dem angenehmen Klang des Wortes Freiheit sich nur zu leicht einschmeichelt: das ist die Vorstellung von einer Selbständigkeit, welche den Christen vereinsamt und den lebendigen Verkehr mit der Gemeinschaft wie überflüssig erscheinen läßt. Diese Art, sich auf sich selbst zu stellen, ist schlechthin gegen den Geist des Christenthums, welcher die Gläubigen aus innerem Antrieb zusammenführt, eng zusammenschließt, ja als Glieder eines geheimnisvollen Leibes, dessen lebendiges Haupt Christus ist, zusammenfügt. [...] Wenn wir Altkatholiken also den Zwang von der Religionsübung entfernt haben, so haben wir damit nicht das Leben der Gemeinschaft schädigen, sondern fördern wollen.“

Joseph Hubert Reinkens gegen ein Mißverständnis bezüglich der im Sinne eines Zwangsgebotes abgeschafften Sonntagspflicht. Bonn 1887.


Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle das ewige Leben haben · Jh 3,16