Oft-gestellte Fragen

Auf dieser Seite finden Sie eine Reihe von oft-gestellten Fragen und passende Antworte. Falls Sie sich weitere Infos wünschen, so melden Sie sich bitte bei der Internet-Redaktion oder beim Pfarramt.

  • Wie groß ist Ihre Gemeinde?
    Das Gemeindegebiet erstreckt sich über ganz Niedersachsen. Wir haben etwa 1.600 Mitglieder, davon rund 250-300 im Großraum Hannover.
  • Wieviele Leute sind in einem gewöhnlichen Gottesdienst?
    Es schwankt stark je nach Jahreszeit und Anlass. Bei einer regelmässigen Sonntagsfeier sind i.d.R. etwa 20-30 Besucher anwesend, aus allen Altersgruppen. Bei einer größeren Feier, etwa die Osternacht, kann man mit doppelt so viel rechnen. Bei den freitäglichen Vespern sind i.d.R. etwa 5-10 Besucher anwesend. Erfreulicherweise gibt es in den letzten Jahren eine deutliche Tendenz nach oben.
  • Wie läuft ein normaler Gottesdienst in Ihrer Gemeinde ab?
    Unsere Liturgie und Leseordnung ist weitgehend wie die in der römisch-katholischen Kirche sowie in anglikanischen Kirchen, aber mit eigenen Texten und Gebeten. Eine sonntägliche Eucharistiefeier dauert etwa eine Stunde, und beinhaltet drei Bibellesungen, die Predigt und das Mahl des Herrn, begleitet von Gesang. Mehr dazu finden Sie auf der Seite „Wie wir feiern“. Falls Sie die Liturgie genauer kennenlernen möchten, können Sie unser Gesang- sowie Altarbuch im Web-Shop des Bistums oder in unserer Gemeinde erwerben.
  • Kann ich bei Ihnen die Eucharistie (Abendmahl) empfangen?
    Sofern Sie getauft sind und an der wahrhaftigen Präsenz von Christus unter den Zeichen von Brot und Wein glauben, ja. Die Konfession spielt keine Rolle, denn wir glauben, dass Jesus zum Altar einlädt, nicht wir.
  • Muss ich Gemeindemitglied sein, um an Ihre Gottesdienste teilzunehmen?
    Keinesfalls. Menschen aller Konfessionen und Weltanschauungen sind herzlich willkommen. Der einzige Unterschied: Nur Mitglieder dürfen in Gemeindeversammlungen abstimmen oder für Ämter kandidieren.
  • Wie werde ich Gemeindemitglied?
    Am besten fängt man damit an, unsere Gemeinde kennenzulernen, in dem man Gottesdienste regelmässig besucht. Dann kann man den Beitrittswunsch mit dem Pfarrer bei Gelegenheit besprechen. Sofern man diesen Wunsch schriftlich verfasst, wird er vom Kirchenvorstand genehmigt und die Meldearbeit übernimmt die Pfarrei. Sofern man bei einer anderen Kirche gemeldet war, muss man mit dieser kein Austrittsgespräch machen.

    Die Voraussetzung für die volle Mitgliedschaft ist die Taufe. Falls man nicht getauft ist, wird man in das Katechumenat aufgenommen, in Glaubensfragen unterrichtet und für die Taufe vorbereitet. Mit der Taufe (die traditionsgemäss in der Osternacht stattfindet) wird man Mitglied der Kirche, mit allen Rechten und Pflichten.
  • Zahlen Ihre Mitglieder Kirchensteuer?
    Ja. Wir sind eine staatlich anerkannte Körperschaft des öffentlichen Rechtes und erheben als solche Kirchensteuer. Die Höhe der Kirchensteuer richtet sich an die Höhe der Kirchensteuer für Römisch-Katholiken, ungefähr 9% der zu leistenden Einkommenssteuer. Alt-Katholiken in Niedersachsen haben auf ihrer Lohnsteuerkarte den Schlüssel "ak". Übrigens man kann die Kirchensteuer von der sonstigen Einkommenssteuer absetzen.

    Eine Ausnahme gibt es jedoch für Anglikaner, die bei uns Mitglied werden. Weil wir mit den Anglikanern in Kirchengemeinschaft stehen, müssen sie die Konfession nicht wechseln, wenn sie Mitglied unserer Kirche werden. Da die Anglikaner in Deutschland keine Kirchensteuer erheben, zahlen sie auch keine, wenn sie bei uns Mitglieder sind. Allerdings werden sie darum gebeten, jährlich eine Spende zu machen, die sich an die Höhe der Kirchensteuer richtet. In unserer Gemeinde gibt es einige Anglikaner, die nach diesem Modell Mitglieder sind.
  • Wie ist die Stellung der Frau in Ihrer Kirche?
    Frauen sind grundsätzlich zu allen geistlichen Ämtern zugelassen, und sind in allen wesentlichen Fragen der Kirche gleichgestellt.
  • Wie stehen Sie zu Fragen wie Homosexualität, Verhütung, Abtreibung, Scheidung...?
    Unsere Kirche neigt dazu, es dem Einzelnen zu überlassen, für sich selbst Entscheidungen gewissenhaft zu treffen. Die Kirche übernimmt hierbei eine begleitende Rolle. Keiner wird anhand seiner Ansichten oder seines Lebensstils von den Sakramenten ausgeschlossen.

    Allerdings wird diese Haltung oft missverstanden, wie „bei uns ist alles erlaubt“. Es ist für uns keine Frage der Zulassung, sondern des Gewissens, und es steht uns nicht zu, Urteile über andere zu treffen und dementsprechend zu handeln. Unsere Synode (=Kirchenparlament) nimmt zu gewissen moralischen Fragen Stellung, aber diese sind für die Gläubigen nicht verbindlich.

    Speziell zur Scheidung: Eine zweite kirchliche Ehe nach einer Scheidung ist nach Absprache möglich, und wie bereits erwähnt, keiner wird anhand seiner Scheidung von Sakramenten ausgeschlossen.
  • Katholisch ohne Papst? Wie geht denn das?
    Wir verstehen uns als Teil der einen heiligen katholischen Kirche, zu der auch die römisch-katholische Kirche gehört. Die Weihen und Sakramente werden mit Rom gegenseitig anerkannt, da wir ebenso in der apostolischen Sukzession stehen. Mit Blick auf Rom sind wir also in einer ähnlichen Situation wie die Orthodoxe Kirche – getrennt, dennoch gegenseitig anerkannt.

    Unseren Gründern war es wichtig, in der Essenz katholisch zu bleiben, und dazu gehören u.a. die sieben Sakramente, das dreiteilige Amt (Bischof, Priester, Diakon), die Stellung der Tradition in Zusammenhang mit der Bibel, und so weiter. Dieses „katholische Profil“ prägt unsere Kirche bis heute. Zwar erkennen wir die Dogmen der Unfehlbarkeit und der Jurisdiktionsgewalt des Papstes nicht an, dennoch verstehen wir uns als Teil der alten Westkirche, mit dem Papst als „primus inter pares“ – Erster unter Gleichen, so wie das Amt des Patriarchen von Rom in der alten Kirche verstanden wurde.

    Wir sind also in lehramtlichen Fragen zwar nicht an Rom gebunden, dennoch orientieren wir uns an die gleiche Tradition und haben weitgehend das gleiche Kirchenverständnis. Es gibt allerdings einige wichtige Unterschiede, nicht zuletzt wie wir die Synodalität der Kirche verstehen – die Beteiligung von Laien auf allen Ebenen ist uns sehr wichtig – und die Auswirkungen dieser Unterschiede, wie die Zulassung von Frauen zu allen geistlichen Ämtern.
  • Wie ist Ihre Haltung zur Ökumene?
    Grundsätzlich sind wir allen christlichen Kirchen gegenüber sehr offen und streben die Kircheneinheit an, sofern sie möglich ist. Bereits zur Gründung des Alt-Katholischen Bistums in Deutschland gab es Unionsgespräche mit den Orthodoxen und Anglikanern. Wir pflegen geschwisterliche Beziehungen zu diversen Kirchen in Deutschland, und sind Gründungsmitglied des Arbeitskreises Christlicher Kirchen in Niedersachsen. Auf Orts- bzw. Stadtteilebene sind wir zusammen mit fünf Nachbargemeinden durch das Charta oecumenica zur engeren Zusammenarbeit verpflichtet, und unsere Beziehungen zu unseren christlichen Nachbaren im Stadtteil sind warmherzig und gut.
  • Wie ist Ihre Haltung zur Römisch-Katholischen Kirche?
    Wir erkennen gegenseitig die Weihen und Sakramente an, Frauenordination ausgenommen. Wir sind in Gesprächen mit Rom, die Rahmenbedingungen für eine künftige Kirchengemeinschaft skizzieren. Die jüngste gemeinsame Erklärung „Kirche und Kirchengemeinschaft“, die auf der Synode 2010 vorgestellt wurde, stellte eine Reihe von Gemeinsamkeiten sowie einige Unterschiede fest. (Diese Erklärung kann man als Buch bestellen.) Allerdings ist es unwahrscheinlich, dass eine Union der Kirchen in absehbarer Zeit stattfindet, weil wir in manchen Fragen starke, auf dem ersten Blick unauflösbare Unterschiede haben – vor allem in der Frage der Frauenordination, aber auch in der Frage der Jurisdiktion des Papstamtes und in den Beziehungen zu anderen Kirchen, etwa die Anglikaner, mit den wir seit 1931 in voller Gemeinschaft stehen.
  • Wie ist Ihre Haltung zur Orthodoxen Kirche?
    Wir haben mit manchen orthodoxen Kirchen, z.B. mit der Rumänischen, sehr gute Beziehungen und Kontakte. Laufende Einheitsgespräche finden fast seit unserer Gründung statt. Allerdings gibt es hier ebenfalls Fragen, die uns weiterhin trennen, vor allem die Frauenordination sowie unsere Beziehungen zu den Anglikanern und zur EKD. Dennoch haben wir in vielerlei Hinsicht vieles gemeinsam, etwa die Ekklesiologie (vor allem mit Hinblick auf das Papstamt) und das Sakramentenverständnis. Zum Beispiel, im Nizänischen Glaubensbekenntnis haben wir nach orthodoxem Vorbild den s.g. Filioque-Klausel wieder entfernt.
  • Wie ist Ihre Haltung zu anderen Kirchen, etwa die EKD?
    Theologisch gesehen stehen wir Rom und den Orthodoxen in vielerlei Hinsicht näher, als zu den allermeisten Protestanten. Dennoch sind wir dem Protestantismus gegenüber wohlbesonnener. Die Zusammenarbeit mit der EKD klappt gut, vor allem auf Orts- bzw. Gemeindeebene: einige unserer Gemeinden und Teilgemeinden bundesweit sind in EKD-Kirchen zu Gast. Seit 1985 besteht mit der EKD eine gegenseitige Einladung zu den Sakramenten. Eine vollständige Anerkennung der Ämter der EKD, oder eine Kirchengemeinschaft, ist zur Zeit wegen der noch bestehenden Unterschiede im Kirchenverständnis nicht möglich, dennoch sagte unser Bischof Matthias Ring in einem Interview, in der Taufe ist die Einheit längst da, und die Beziehungen zur EKD sind recht gut.

Verfasst von John Grantham
5. April 2011

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Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle das ewige Leben haben · Jh 3,16