„Alt-Katholisch“: was ist das?

Unsere Gemeinde gehört dem Katholischen Bistum der Alt-Katholiken in Deutschland an. Der Begriff „alt-katholisch“ mag ein wenig irreführend klingen, denn die Kirche hat zwar ihre Wurzeln in den Ur-Zeiten des Christentums und schätzt die alten Traditionen und Zeremonien, dennoch ist sie eine junge, liberale und durchaus moderne „Kirche für Menschen heute“. Sie ist also „alt“ nicht im konservativen Sinne, sondern im Sinne des Ursprünglichen.

Gegründet wurde sie 1873 als kirchliche Heimat für diejenigen Katholiken, die die Lehren des Ersten Vatikanischen Konzils über das Papstamt ablehnten und deswegen von Rom exkommuniziert wurden. So erkennen die Alt-Katholiken die Unfehlbarkeit sowie die absolute Leitungsgewalt des Papstes nicht an.

Unsere synodale Kirchenverfassung
(zum Vergrößern bitte anklicken)

Kirchenreform

Im Laufe der Zeit fanden zahlreiche Reformen und Erneuerungen unserer Kirche statt: als erster und wichtigster Schritt hat das Alt-Katholische Bistum sich eine synodale (der Demokratie ähnliche) Verfassung gegeben, die eine Beteiligung der Gläubigen in allen wichtigen Entscheidungen ermöglicht; der Zölibatszwang wurde 1878 abgeschafft (alt-katholische Priester dürfen also heiraten); 1884 wurde die Liturgie reformiert und in deutscher Sprache verfasst; 1996 wurden erstmals Priesterinnen geweiht; und von Anfang an war die Wiedervereinigung aller getrennten christlichen Kirchen ein wichtiges Anliegen der Alt-Katholiken. Deswegen sind alle Getauften eingeladen, die Eucharistie (Kommunion) zu empfangen.

Mit der weltweiten Anglikanischen Kirchengemeinschaft kam es bereits 1931 zur vollen Kommunion. In der hannoverschen Gemeinde wurde dies deutlich, als sie in den 90er Jahren einen Anglikaner als Pfarrer hatte. Auch mit anderen Konfessionen, etwa der EKD, werden ökumenische Verbindungen aktiv aufgebaut und gepflegt.

Nach aktuellen Berechnungen* gibt es über 15.000 Alt-Katholiken in ganz Deutschland, verfasst in 6 Dekanaten und 55 Pfarrgemeinden.

Kirche für Menschen heute

Wir sagen...

  • ...JA zum Evangelium Jesu Christi als froher und befreiender Botschaft
  • ...JA zur Gleichberechtigung der Frauen auf allen Ebenen
  • ...JA zur freien Entscheidung der Priesterinnen und Priester für Familie oder Ehelosigkeit
  • ...JA zum gemeinsamen Mahl des Herrn für Christen aller Konfessionen
  • ...JA zur Einheit der Kirche in ihrer konfessionellen Vielfalt
  • ...JA zu einem Neuanfang für die, deren Ehe geschieden ist
  • ...JA zur selbstverantworteten Partnerschaft
  • ...JA zur Mitgestaltung der Gesellschaft

Mehr Informationen

Mehr erfahren Sie auf unserer Seite „Quellen“ oder auch auf der Website des Bistums. Sie können mehr über unsere Gemeinde und unser Gotteshaus sowie über unser Bistum bei Wikipedia erfahren.


Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle das ewige Leben haben · Jh 3,16